Biochemie und Homöopathie

Auszug aus „Eine abgekürzte Therapie“ von Dr. med. Wilhelm Schüßler

Wer von kleinen Gaben reden hört, denkt gewöhnlich sofort an Homöopathie; mein Heilverfahren ist aber kein homöopathisches, denn es gründet sich nicht auf das Ähnlichkeitsprinzip, sondern auf die physiologisch-chemischen Vorgänge, welche im menschlichen Organismus sich vollziehen. Durch mein Heilverfahren werden Störungen, welche der Bewegung der Moleküle der unorganischen Stoffe des menschlichen Organismus entstanden sind, mittels homogener (= gleichartige) Stoffe direkt ausgeglichen, während die Homöopathie ihre Heilzwecke mittels heterogener (= ungleichartige) Stoffe indirekt erreicht.

Gegner haben behauptet, daß diejenigen von meinen Mitteln, welche vor Begründung der Biochemie bereits ärztlicherseits in Anwendung gebracht worden, z.B. Silicea, Calciumphosphat etc., nicht biochemische Mittel seien. – Mit gleichem Rechte oder vielmehr Unrechte könnte auch behauptet werden, daß alle vor Hahnemann gebrauchten Arzneien ausschließlich der Allopathie angehören. Die Sache verhält sich aber so:

Der Grundsatz, nach welchem ein Mittel gewählt wird, drückt diesem sein Gepräge auf. – Ein nach dem Ähnlichkeitsprinzip gewähltes Mittel ist ein homöopathisches, ein Mittel aber, welches den Mineralstoffen des Organismus homogen ist, und dessen Anwendung sich auf die physiologische Chemie gründet, ist ein biochemisches. – Ein Homöopath, welcher Silicea anwendet, verfährt unbewußt biochemisch. Die Silicea kann in gesunden Personen keine Symptome erzeugen, auf deren Grund Sie nach dem Ähnlichkeitsprinzip gegen Krankheiten angewandt werden könnte. Die Homöopathen wählen sie auf Grund empirisch (= erfahrungsgemäß) gewonnener Heilsymptome. So verfahren sie auch bezüglich der anderen Zellensalze, die sie vor Begründung der Biochemie angewandt haben.

 

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