Was ist die Hickethier-Sehschulung?

Im Jahre 1926 eröffnete Kurt Hickethier in Ellrich/Südharz das Schüßlerheim, das erste Kurhaus in Deutschland, in dem mit der Antlitzdiagnostik, Schüßler-Salzen (Biochemie nach Dr. Schüßler) und einer naturgemäßen Ernährungsweise gearbeitet wurde. Von Anfang an führte Hickethier neben seiner Ausbildung in der Antlitzdiagnostik und Biochemie mit großen Erfolgen die sogenannte Sehschulung durch.

Mit der Sehschulung beschritt Hickethier gänzlich andere Wege in der Augenheilkunde, die ihm von Seiten der Schulmedizin keineswegs Ruhm einbrachten. Er war davon überzeugt, daß die Ursachen von Sehstörungen weniger bei den Augen zu finden sind, als beim geschwächten Nervensystem und Gehirn. Er ging sogar soweit zu sagen, daß das Auge nur zu ca. 5 bis 10 % am Sehvorgang beteiligt ist, also 90 bis 95 % des Sehvorgangs durch eine überwiegende Arbeit des Gehirns und des Nervensystems zustande kommt.

Die neuere wissenschaftliche Gehirnforschung hat im übrigen festgestellt, daß beim Sehvorgang zwei Drittel aller Gehirnzellen in Tätigkeit versetzt werden. Diese wissenschaftliche Erkenntnis bestätigt heute manches was Hickethier bereits vor vielen Jahrzehnten sagte.

Wenn man wie Hickethier von einem geschwächten Nervensystem oder von Nervenschwäche spricht, wird dies heutzutage häufig falsch verstanden. Das Nervensystem hat die Aufgabe jedes Organ und sogar jede Körperzelle direkt oder indirekt zu steuern. Bei einer Schwäche des Nervensystems ist diese Steuerungsfunktion jedoch nicht mehr gewährleistet, was dann zu unterschiedlichen Störungen führen kann.

Hickethier ging trotz aller Anfeindungen unbeirrt seinen Weg weiter. Es zeigte sich schon sehr bald, daß es der richtige war. Die Heilerfolge durch seine Methode sprachen für sich und die Tatsache, daß das Schüßlerheim nach wenigen Jahren aus allen Nähten platzte unterstrich ebenfalls die Richtigkeit seiner Lehre.

Was ist die Hickethier-Sehschulung eigentlich? Zuerst darf man sich nicht durch den Begriff „Schulung“ fehlleiten lassen. Es handelt sich nicht um eine Ausbildung, denn ein krankes Organ läßt sich nicht schulisch zur Gesundheit ausbilden. Nein, hier soll das Sehvermögen auf etwas andere Art, als sonst üblich, „geschult“ werden.

Das Sehen ist ein sehr komplizierter Vorgang, woran natürlich zuerst einmal die Augen beteiligt sind. Aber trotzdem können wir mit den Augen allein nichts sehen. Alles was die Augen wahrnehmen, wird über die Sehnerven an das Sehzentrum im Gehirn weitergeleitet. Und erst dort entsteht was wir als gewohntes Bild kennen. Bei diesem Vorgang werden, für uns unbewußt, auch noch alle anderen Sinne einschließlich Vorstellungskraft, Erinnerungsvermögen und Einbildungsvermögen mit einbezogen.

So betrachtet ist es auch verständlich, daß das Sehen eher eine nervliche Angelegenheit ist. Die Augen selbst sind ein Teil des Nervensystems und deren Arbeit und Leistungsfähigkeit ist daher auch vom Zustand der Nerven abhängig. Schwindet die Nervenkraft hat es oftmals zur Folge, daß an den Augen bzw. am Sehvorgang Störungen auftreten.

Auch heute noch wird die Hickethier-Sehschulung nach dem Vorbild des Begründers als Therapie-Seminar durchgeführt. Während dieser Kur soll dem ganzen Organismus, aber ganz besonders dem Nervensystem, die Möglichkeit gegeben werden sich zu regenerieren. Die ganzheitliche Behandlung setzt an mehreren Punkten an. Im Vordergrund stehen dabei Entspannungsübungen, die Kurt. Hickethier als Losung bezeichnet. Diese sind ganz besonders wichtig, um das Nervensystem wieder auf Dauer ins Gleichgewicht zu bringen.

Eine weitere wichtige Säule der Kur ist die Behandlung mit der biochemischen Heilweise nach Dr. med. Wilhelm Schüßler. Diese Mineralsalztherapie wird nach der Antlitzdiagnose (nach Kurt  Hickethier) verordnet und unterstützt ebenfalls die Regeneration des gesamten Körpers. Davon profitieren natürlich auch die Augen und das Nervensystem.

Das Ziel der Hickethier-Sehschulung besteht darin, dem Einzelnen durch die Stärkung der Nervenkraft und des Allgemeinbefindens zu einer besseren Sehkraft zu verhelfen. Wer es lernt seine begrenzten Kräfte gezielt einzusetzen und zu nutzen, kann auch in der in der heutigen Zeit allen Anforderungen des Lebens besser gerecht werden.

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