Verordnung und Dosierung der Schüßler-Salze

von Friedrich Depke

Verordnung

Die Verordnung der biochemischen Mittel ist einfach, wenn man sie mittels Antlitzdiagnostik (nach Kurt Hickethier) durchführt. Bei der Antlitzdiagnostik ist auf alle Fälle gewährleistet, daß jeder Patient einen individuellen Therapieplan erhält. Dr. Wilhelm Schüßler wie auch Kurt Hickethier gaben daher in ihren Schriften meist nur vage an, wie in speziellen Fällen dosiert wird.

In „Eine abgekürzte Therapie“ schreibt Schüßler folgendes: „In akuten Fällen nehme ich stündlich oder zweistündlich, in chronischen drei bis viermal täglich ein erbsengroßes Quantum von der Verreibung, entweder trocken oder in einem Teelöffel voll Wasser gelöst.“

Da es zu Schüßlers Zeiten noch keine Biochemie in Tablettenform gab, verabreichte er seine Mittel als Pulver. Ein „erbsengroßes Quantum“ kann ohne weiteres als eine Tablette gerechnet werden. Demzufolge verabreichte Schüßler zu damaliger Zeit in akuten Fällen auch schon mal mehr als 10 Tabletten pro Tag und in chronischen Fällen zwischen einer und vier Tabletten.

Durch die Antlitzdiagnostik nach Hickethier kann man feststellen, daß die von Schüßler empfohlenen Mengen in heutiger Zeit bei weitem nicht mehr ausreichen.

Warum ist das so? Seit Schüßlers Tod sind bereits mehr als 110 Jahre vergangen. In der Zwischenzeit wurde die Umwelt durch uns Menschen mit den unterschiedlichsten Stoffen verseucht. Diese Stoffe (Chemikalien, Schwermetalle, radioaktive Stoffe u.a.) belasten heutzutage alle Menschen, so daß man mittlerweile bei jedem Einzelnen erhebliche Mängel an mehreren Mineralstoffen erkennen kann. Diese Mineralstoffmängel können nicht mehr ausreichend durch die Nahrung gedeckt werden, weil durch die toxische Gesamtsituation der Bedarf einfach zu groß geworden ist. Jeder Organismus ist bestrebt alles was ihn belastet wieder auszuscheiden. Dazu braucht er aber in größeren Mengen Mineralstoffe, die hier die wichtige Aufgabe als Katalysatoren haben.

Hickethier teilt die Stärke eines antlitzdiagnostischen Anzeichens nach einer Bewertungsskala von 0 bis 10. Heutzutage gilt ein Mangel zwischen 5 und 10 als therapiebedürftig.

Dosierung

Die Dosierung der biochemischen Mittel hängt immer von der ermittelten Stärke des Mineralstoffmangels ab. Beim erwachsenen Menschen wird dieser Wert mit dem Faktor 2 multipliziert. Das ergibt die Stückzahl der einzunehmenden Schüßler-Salze pro Tag.

Dr. Schüßler wird immer wieder so zitiert, daß man glaubt er hätte nur jeweils ein biochemisches Mittel verordnet und verbietet die Einnahme mehrerer Salze. Das Zitat lautet wie folgt: „Die Verabreichung zweier Mittel im Wechsel ist nur ausnahmsweise in den Fällen gestattet, wo sie unvermeidlich ist.“

Wer Dr. Wilhelm SchüßlersEine abgekürzte Therapie“ liest, findet dort diesen Satz – allerdings in einem ganz anderen Zusammenhang. Dr. Schüßler der bereits die Antlitzdiagnostik beherrschte und anwandte, schrieb diesen Satz in dem Kapitel „Antlitz-Diagnostik“. Dort gibt er genau an, wie man die Antlitzdiagnose autodidaktisch in kleinen, übersichtlichen Schritten studieren soll. Das vollständige Zitat lautet folgendermaßen: „Es ist selbstverständlich, daß diejenigen Ärzte, welche die Gewohnheit haben, zwei oder gar noch mehr Mittel im raschen Wechsel zu geben, die Antlitz-Diagnostik niemals erlernen werden. Die Verabreichung zweier Mittel im Wechsel ist nur ausnahmsweise in den Fällen gestattet, wo sie unvermeidlich ist.“

Diese Äußerung bezieht sich also nur auf das autodidaktische Studium der Antlitzdiagnose und nicht auf eine normale Verordnung. Im übrigen schlägt Schüßler in seinem Buch „Eine abgekürzte Therapie“ oftmals gleich mehrere biochemische Mittel zur Behandlung vor.

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